Warten auf ein Zeichen

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Das ist so einer der Tage, an denen man sich eigentlich freuen müsste

Die Sonne scheint hell und warm, um nicht zu sagen, sie brennt vom Himmel herunter.
Das was bleibt, ist, sich schnell in den Schatten zu flüchten und möglichst kein Auto zu fahren. Vor allem dann nicht, wenn sich die alte Blechdose auf seinem sonnigen Parkplätzchen aufgeheizt hat. Da löst schon der Gedanke, damit zu fahren, Schweißausbrüche aus.
Die To-Do-Einkaufsliste ist im Geiste längst abgehakt.
Gurke, Butter, Milch, Filtertüten, Wasser, Wurst.
Keinen Grund gibt es, jetzt ins Auto zu steigen.
Die Zeit ist prima zu nutzen, um einen Moment inne zu halten…dem fröhlichen Vogelgezwitscher zuzuhören…bis das nächste laute Brummen eines vorbeifahrenden PKW die Atmosphäre zerschneidet. Ruhe, Auto, Ruhe…

Plötzlich höre ich Geräusche über Geräusche

Das Ticken der Wanduhr, dass durch die offene Balkontür nach draußen dringt.
Die quietschende Tür, die irgendjemand öffnet, um etwas in die Mülltonne zu werfen.
Der vorbeirauschende Zug, am Rand des Wohngebietes entlang.
Der ratternde Geschirrspüler, der mit der Trocknungsphase beginnt.
Entferntes Kinderlachen vom Spielplatz…
Erstaunlich, was man so alles hört, wenn man sich über die Ruhe freut.
Die Balkontür klappt zu, mit einem Ruck stoße ich sie wieder auf.
Falls es klingelt, möchte ich es nicht verpassen.
Vor lauter Geräuschen mitten in der Stille habe ich Angst, das Klingeln zu verpassen.
Eigentlich warte ich die ganze Zeit nur auf dieses eine Geräusch und die fröhliche Stimme, die nach etwas zu trinken ruft.
Das Rauschen der Bäume beruhigt mich wieder, doch durch den Luftzug knallt die Balkontür erneut gegen den Rahmen.
Es klingelt, ich habs gewusst. Ganz cool bleiben. Gleich ist die Stille vorbei.

Jetzt ist wieder Leben im Haus

Mein Herz klopft bis zum Hals und ich weiß gar nicht, wieso.
Ich bin’s, ertönt eine Stimme durch die Türsprechanlage.
Ich will noch weiter spielen, wir gehen zu L.
Ok, dann bis später, antworte ich, einfach so.
So ein wunderbarer Sonnenschein.
Nicht auszudenken, was wäre, wenn die Stille für immer bliebe.
Dann wäre die To-Do-Einkaufsliste egal.
Ob das Auto zu heiß wäre, um einzusteigen oder ich dringend aufräumen müßte, egal.
Ob die Vögel zwitschern oder die Balkontür zuklappen würde, egal.
So richtig sympathisch ist mir die Ruhe nun doch nicht mehr.
Ich sollte nun wirklich den Staubsauger anschalten und alle Staubmonster beseitigen.
Gesagt, getan.

Im letzten Moment fällt mir ein, dass das nicht geht.
Es könnte klingeln…

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