Und du bist Astera von Astenstein. Fantastische Welten. 

 
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Ein besonders stressiger Wochenstart nach zwei Wochen Urlaub, ich rotiere und versuche Ordnung auf meinem Schreibtisch und in meinem Terminkalender zu schaffen.

Wer keinen Chef hat, kennt das: Aufträge flattern nicht von alleine ins Haus und wenn sie dann da sind, wollen sie auch bearbeitet werden.

Dass ich mich im Stress befinde, merke ich immer erst, wenn nachmittags neugierige Kinderaugen auf mir ruhen. Sie scheinen so ziemlich alles zu beobachten, was irgendwie mit Mama zu tun hat.

Richtig beeindruckt hat mich dabei heute, dass unsere Tochter wiehernd durch die Wohnung ritt und lauthals rief, ich muss schnell durch, ich habe gar keine Zeit. 

Sie ritt dieses Mal auf Dreiweiss, einem ihrer schnellen imaginären Pferde, von denen es gefühlt ein Dutzend gibt.

Ich habe jetzt gar keine Zeit, noch so viel zu tun, rief sie und machte dabei eine übertriebene Handbewegung an ihre Stirn.

Dann drehte sie sich noch einmal kurz zu mir um und fragte: Mama, wie heißt eigentlich dein Lieblingspferd?

Ich liebe diese Momente. Sie zeigen mir sehr deutlich, wie sehr Kinder spielen wollen und müssen, um seelisch gesund zu bleiben. Sie bedeuten mir so viel, weil ich mich meinem  Kind dann nah fühle, die Verbindung zwischen uns spüre.

Ich bin ihr dankbar, ein paar Minuten Kind sein zu dürfen und in ihre bunte Fantasiewelt mitgenommen zu werden.

Während ich noch überlege, wie ein gescheiter Pferdename wohl klingen könnte, tätschelt sie Dreiweiss. Jetzt habe ich endlich Zeit für dich, sagt sie ihrem Pferd.

Und darf ich vorstellen – sie deutet mit einem Kopfnicken auf mich – das ist Prinzessin Astera. Von Astenstein.

Ich bin berührt. Manchmal sehen Kinder die Welt in einer so anderen Art und Weise, dass wir Erwachsenen viel weniger über das Verhalten unserer Kinder und viel mehr über unser eigenes gründlich nachzudenken sollten.

Was tust du da, fragt meine Tochter erstaunt, als ich auf dem Schreibtischstuhl sitze und mich nach unten beuge.

Na, ich ziehe Reiterstiefel an. Wir wollen doch ausreiten, Prinzessin von Sophienstein? Ich hole nur schnell Romburak aus dem Stall.

OK, strahlen mich zwei glückliche blaue Augen an und dann reiten wir einkaufen.

Ich hab dich lieb, Mama Astera von Astenstein. 

Ich dich auch, Prinzessin.

Manchmal reichen zehn Minuten, um unsere Kinder glücklich zu machen und ihnen zu zeigen, wie wichtig sie uns sind.

Ich wünsche euch eine gute Zeit mit eurem Nachwuchs.

 

 

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