Sei nett zu anderen Menschen. Es könnte auch dich eines Tages treffen.

 
Lesezeit: 5 Minuten

In letzter Zeit stößt es mir sauer auf, wie mit Menschen umgegangen wird und wie über sie geredet wird, die in Not sind und Hilfe brauchen. Es scheint ein Trend geworden zu sein, nach unten zu treten und das liegt mir verdammt schwer im Magen.

Brennpunkt Flüchtlinge

Es geht mir dabei einmal um die vielen Flüchtlinge aus aller Herren Länder außerhalb Europas, die schreckliche Bilder im Kopf mit sich herumtragen und nie mehr loswerden.
Besonders die traumatisierten Kinder und Jugendlichen brauchen den Schutz und die Zuflucht eines Landes, welches sich nicht von religiösem Terror vereinnahmen lässt.
Nur Menschen, die selbst auf der Flucht waren oder aber durch ihre Vorfahren wissen, wie es ist, sich irgendwo komplett neu etwas aufbauen zu müssen,werden die Tragweite so einer monatelangen, gefährlichen Flucht nachempfinden können.
Ich kann nur an jeden appellieren, sich das Schicksal dieser Menschen genau anzuhören, bevor er (sie) ein Urteil fällt. Dazu gehört, den Flüchtlingen die Hand zu reichen und sie ein Stück in unsere Welt mitzunehmen, denn von allein schaffen sie es nicht! Das gilt besonders und vor allem für jene, die wirklich froh sind, in Deutschland zu sein und sich schnell integrieren wollen!

Hartz IV-Empfänger und arme Menschen

Ich habe in meinem Leben sehr viele Menschen kennengelernt, ungelogen. Vielleicht ist es mein Talent, eine Gabe oder meine Kontaktfreudigkeit, jedenfalls wurden mir schon so viele Lebensgeschichten erzählt, sodass ich mittlerweile prinzipiell verschiedenste Lebens-Szenarien für möglich halte.
Selbst meine eigene Lebensgeschichte ist ein großes Auf und Ab, was teilweise auch in diesem Blog bereits zu lesen ist.
Doch das Schicksal geht manchmal seltsame Wege und ich glaube, es kommt tatsächlich immer irgendwo ein Lichtstrahl her. Manchmal benötigen wir nette Menschen aus unserem Umfeld, die uns in schweren Zeiten beistehen.
Meinen Mann habe ich in meiner allerschwersten Zeit meines Lebens kennengelernt, als ich nach langer und erschöpfender Krankheit so gar nicht mehr wusste, wie es in meinem Leben weitergeht.
Heute geht es mir besser, doch ohne meine Eltern, meinen Bruder und später meinem Mann hätte ich es wahrscheinlich nicht geschafft, vor allem aus dieser monatelangen Existenzangst wieder heraus zu kommen.

Das soziale Netz griff bei mir nicht. Es greift nicht immer!

Ich wurde während des (künstlichen) Komas sowohl arbeits- als auch obdachlos und bekam keinerlei Gelder vom Staat. Das war vor über zehn Jahren und der Absturz “par excellence”.
Heute habe ich ein stabiles Leben und eine wundervolle kleine Familie mit Kind, Hund – aber momentan noch ohne Haus. 😉 Ich kann aber auch jetzt, wo es uns hier, wo wir leben, mehr als super geht, gut nachvollziehen, wie sich Armut und vor allem dieses Ausgegrenztsein anfühlen. Hartz IV ist menschenunwürdig, es macht einen klein und kaputt.
Es geht nicht darum, dass es eine solidarische Leistung ist, das ist natürlich auch noch so ein Aspekt, den wir nicht außer Acht lassen dürfen.
Das soziale Netz soll den Menschen helfen, die in Not geraten sind und wird von den Menschen, denen es gut geht, finanziert.
Was ich aber sehr schlimm an Hartz IV finde, sind die Sanktionen.
Wir sind sehr nah daran, Menschen nur noch nach ihrem sozialen Status zu bewerten und demzufolge ist Hartz IV im letzten Jahrzehnt zu einem Schimpfwort geworden.
Ein Vater erklärte mir vor Jahren auf einem Spielplatz hier im Ort, dass in manchen Teilen seiner Ursprungsstadt nur noch “Hartzi´s” leben und so will er nicht sein.

Wer will schon arm sein?

Es ist nur so, seit einiger Zeit wird ganz enorm suggeriert, dass Hartz IV Empänger an ihrem eigenen Schicksal Schuld seien, dass sie nicht qualifiziert genug sind und deshalb keine Arbeit bekämen und dass sie Sozialschmarotzer seien.
Ich finde es schon schrecklich genug, dass es Hartz IV in der Form gibt, wie es jetzt hier in Deutschland unzählige Personen zu Menschen zweiter Klasse degradiert.
Das aber so getan wird, als gäbe es in allen Regionen Deutschlands genügend Arbeit, ist schonmal eine riesige Illusion.
Es werden immer ein paar Menschen übrig bleiben, die keine Arbeit bekommen, weil es schlichtweg nicht genügend davon für jeden von uns gibt.
Bisher konnte mir diese Behauptung noch kein Mensch widerlegen, weil es ganz einfach stimmt.
Wenn die einen die anderen jedoch beschimpfen und fertig machen oder gar das Problem Armut kleinreden wie ein Herr Spahn, dann hört es bei mir absolut auf.

Ich bin schockiert darüber, wie mit den Schwächsten einer Gesellschaft umgegangen wird!

Übrigens sind Hartz IV-Empfänger größtenteils in relativ klar abgrenzbare Gruppen einteilbar.
Wir haben da sehr oft Alleinerziehende und Kinderarmut. Wir haben Rentner und Altersarmut. Wir haben kranke und pflegebedürftige Menschen und solche, die momentan schon arm sind und auch arm bleiben werden.
Alle diese Menschen müssen sich übrigens – wenn sie in einer Beziehung leben – auch vor ihrem Lebenspartner rechtfertigen, da dieser nämlich mit in die Hartz IV- Maschinerie hineingezogen wird und über sein Gehalt dem Amt genauso Meldung machen muss, obwohl er/sie “vernünftig” verdient.
Logisch, das so mancher irgendwann die Koffer packt und geht.
Die sozialen Gefälle beginnen also bereits in der Beziehung, daran merkt ihr sicherlich am besten, was für ein Quatsch dieses groteske Schubladendenken ist.
Jetzt wurde kürzlich von unserem brandneuen Gesundheitsminister Spahn noch geäußert, dass die Tafeln als gemeinnützige Institution nicht von den Hartz IV-Empfängern gebraucht würden, da in Deutschland jeder Betroffene vom Regelsatz gut leben kann und sich auch gesund ernähren kann.

Das zeigt uns, wie groß die Arm-Reich-Schere mittlerweile ist.

Traurig, dass Politiker offenbar soviel verdienen, dass sie vollkommen den Bezug zur Realität verlieren und keinerlei Bodenhaftung mehr besitzen.
Wenn ein Politiker krank wird, dann wird auch erst sein Vermögen aufgebraucht, jedoch das wird wohl ein paar Jahre dauern. Solange bekommt er dann auch kein Hartz IV, das angesparte Vermögen muss erst aufgebraucht werden.

Seid freundlich zu anderen Menschen

Ich bin ja nun kein katholischer Priester (diese Form gibt es nur in männlich momentan), der hier Moralpredigten für die Gemeinde schreibt. Jedoch es ist mir ein großes Anliegen, meine Gedanken an euch weiter zu schicken.
Ich selbst hätte niemals im Leben gedacht, dass ich durch Krankheit mal so aus dem Leben geschneppst werde wie 2007. Wie sich das anfühlt, könnt ihr gern hier nachlesen.
Es gibt dazu noch kein Fortsetzung, weil ich das emotional erst gut schaffen können muss, darüber zu schreiben.
Bis heute ist dieses Thema eine große Wunde in meiner Seele.
Ich habe in der Zeit damalsaufgehört, an soziale Gerechtigkeit und die Hilfe des Staates zu glauben.
Aber ich möchte weiter daran glauben, dass nicht alle Menschen nur an sich selbst denken, sondern auch an andere.
Verurteilt also nicht die, denen es wirklich schlecht geht, sondern helft ihnen!
Wer sich arrogant und herablassend gegenüber Ärmeren äußert, sollte lieber dankbar sein für das, was er hat und ohne Vorurteile Menschen kennenlernen – nicht ihren “Status”.
Ich hoffe, dass manche auch an meine Worte denken, wenn in ein paar Jahren (schleichend) die digitale Revolution einsetzt und noch mehr tausende Menschen auf der Straße sitzen. Nicht jeder wird die Kurve bekommen und sich einen digitalen Arbeitsplatz sichern können.
Ich habe da als Webdesignerin und Werbetexterin keine Sorgen, mein kleines Internetunternehmen läuft und ich freue mich, ein wenig zu meiner Erwerbsminderungsrente hinzuverdienen zu können.
Trotzdem sind meiner Meinung nach viele Ansichten zur Armut heutzutage wirklich sehr krass unter der Schmerzgrenze.
Armut ist überall da und auch spürbar, jedoch sie versteckt sich. Sie sollte im Übrigen niemals ein Anlass dafür sein, jemanden der arm ist, auch für dumm zu halten.
Es muss auch endlich darüber öffentlich diskutiert werden, was Hartz IV seelisch aus den Betroffenen macht!
Zeit übrigens auch für ein bedingungsloses Grundeinkommen, gerade mit Blick auf die Kinder!

In dem Sinne ein bisschen Zeit zum Verinnerlichen und Nachdenken,

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Mrs. Eastie
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